Sri Lankas Küste bietet mehrere unterschiedliche Unterwasserwelten: Korallenriffe an der Süd- und Südwestküste, Schiffswracks im tiefen Wasser südlich von Galle, Fische und Riffhaie an der Pigeon Island im Nordosten sowie Begegnungen mit Walhaien und Rochen im offenen Wasser. Die Qualität schwankt je nach Ort und Jahreszeit deutlich, doch die besten Plätze halten mit anderen Zielen im Indischen Ozean mit, zu einem Bruchteil der Preise.
Hikkaduwa
Das Riff von Hikkaduwa ist der am leichtesten erreichbare Unterwasserplatz der Insel: ein 2 km langer Korallenstreifen parallel zum Strand, meist in 2-8 Metern Tiefe. Glasbodenboote bieten Einblicke ohne nasse Haare, Schnorchelausrüstung gibt es bei jedem Strandanbieter entlang der Promenade.
Das Riff ist seit 1979 ein offizielles Korallenschutzgebiet und hat sich von Bleichen ordentlich erholt. Grüne Meeresschildkröten sind verlässlich zu sehen: Sie weiden täglich am Riff und sind an Schwimmer gewöhnt. Echte Karettschildkröten zeigen sich seltener.
Schnorcheln: Maske, Flossen und Schnorchel kosten bei Strandanbietern 500-800 LKR. Das Riff beginnt 50-100 Meter vor dem Hauptstrand und ist an vielen Stellen flach genug, um auf dem Grund zu stehen (Korallen zu berühren ist aber verboten). Die Sicht beträgt meist 5-10 Meter.
Tauchen: Mehrere Tauchbasen in Hikkaduwa bieten PADI-Open-Water-Kurse an (rund 280-350 US-Dollar für die komplette Zertifizierung) und geführte Tauchgänge für Zertifizierte (35-60 US-Dollar pro Tauchgang). Das Riff selbst ist ein sanfter Einstieg für Neulinge. Tiefere Plätze vor der Küste sind die Wracks der SS Rangoon und der Earl of Shaftesbury, beide in 20-30 Metern Tiefe und für Taucher mit Advanced-Zertifikat geeignet.
Saison: Ganzjährig zugänglich, doch Oktober bis April (Trockenzeit an der Westküste) bringt bessere Sicht und ruhigere See. Mehr zum Ort lesen Sie im Reiseführer Hikkaduwa.
Unawatuna
Die Bucht von Unawatuna ist natürlich geschützt und das Wasser meist ruhig, sodass sie auch bei rauer offener Küste ein verlässlicher Schnorchelplatz bleibt. Das Riff in der Bucht liegt in flacherem Wasser (1-4 Meter) und ist stärker beschädigt als jenes von Hikkaduwa, doch auch hier sieht man häufig Schildkröten.
Mehrere Tauchbasen in Unawatuna bieten Wracktauchgänge in der Tiefe an. Das bedeutendste Wrack ist die SS Rangoon, erreichbar von den Tauchbasen in Hikkaduwa und Unawatuna. Die SS Ceylon und weitere Wracks liegen im tieferen Wasser südlich von Galle und sind für Advanced-Taucher erreichbar.
Schnorcheln: kostenlos, wenn Ihr Strandhotel Ausrüstung bereithält, sonst kostet der Verleih am Strand 600-1.000 LKR.
Am besten für: Schnorcheln in ruhigem Wasser, Schildkrötenbegegnungen und Wracktauchen von einer geschützten Basis aus. Geführte Schnorchel- und Tauchtagesausflüge ab Galle decken Unawatuna und Wracks vor der Küste ab, Ausrüstung und Boot inklusive. Mehr zum Strand im Reiseführer Unawatuna.
Pigeon Island (Trincomalee)
Der Pigeon-Island-Nationalpark ist der beste Schnorchelplatz Sri Lankas und einer der besseren Korallenriff-Spots im Indischen Ozean. Zwei kleine Inseln (Rock Pigeon Island und Pigeon Island) liegen 1 km vor Nilaveli, nördlich von Trincomalee. Das Riff zwischen und um die Inseln ist weitgehend intakt, mit Hartkorallen in 2-12 Metern Tiefe, hoher Fischvielfalt und regelmäßigen Sichtungen von Schwarzspitzen-Riffhaien.
Schwarzspitzen-Riffhaie: In den flacheren Riffabschnitten halten sich meist 5-20 Haie auf. Sie sind klein (0,8-1,2 Meter) und unter diesen Bedingungen völlig harmlos. Es ist einer der verlässlichsten Orte Sri Lankas, um beim Schnorcheln Haie zu sehen.
Anreise: Bootsfahrten vom Strand Nilaveli zur Pigeon Island starten ab 8 Uhr. Die Boote buchen Sie direkt am Strand oder über Ihr Gästehaus. Hin- und Rückfahrt samt 2 Stunden auf der Insel kosten je nach Gruppengröße etwa 2.500-4.000 LKR pro Person. Der Eintritt zum Nationalpark beträgt 1.500 LKR für Ausländer (Stand 2026, ungefähre Werte). Organisierte Schnorcheltouren ab Mirissa kombinieren Riff und Schildkrötenplätze der Südküste in einem Ausflug.
Saison: April bis Oktober (Trockenzeit an der Ostküste). November bis März macht der Nordostmonsun die See rau, Boote fahren oft nicht. Mehr zum Standort im Reiseführer Trincomalee.
Trincomalee (Swami Rock)
Der Hafen von Trincomalee und die Gewässer um Swami Rock bieten Tauchplätze mit anderem Charakter als die Südküste. Der Hafen hat warmes, klares Wasser mit guter Sicht in der Trockenzeit. Die HMS Hermes, ein 1942 versenkter britischer Flugzeugträger, liegt in 56 Metern Tiefe vor Batticaloa (2 Stunden südlich von Trincomalee) und erfordert eine technische Tauchausbildung. Leichter zugängliche Plätze rund um die Pigeon Island reichen bis 18-25 Meter und eignen sich für Taucher mit Advanced Open Water.
Tauchbasen: Zwei bis drei Anbieter in Trincomalee und Nilaveli bieten Tauchgänge für Zertifizierte und PADI-Kurse an. Die Preise sind mit der Südküste vergleichbar.
Walhaie und offenes Wasser
Walhaie tauchen saisonal vor Sri Lankas Südwest- und Südostküste auf. Sie werden bei Schnorchel- und Tauchausflügen ab Mirissa (Walbeobachtungssaison November-April) und Arugam Bay angetroffen. Sichtungen sind nicht garantiert, denn Walhaie sind Hochseetiere mit unberechenbaren Wegen, kommen aber in den Gewässern südlich der Insel regelmäßig vor.
Mantarochen sieht man vor der Südküste gelegentlich, besonders von März bis Mai.
Praktische Hinweise
Korallen nicht berühren: Sri Lankas Riffe sind gesetzlich geschützt und empfindlich. Viele Riffe zeigen Bleichschäden. Auf Korallen zu stehen oder sie anzufassen, tötet sie.
Ausrüstungsqualität: Leihausrüstung reicht von ordentlich bis schlecht. Wer empfindlich bei der Passform ist, bringt die eigene Maske mit. Masken mit Sehstärke können Tauchbasen nach Voranmeldung besorgen.
Riffschuhe: nützlich an felsigen Einstiegen, an Sandstränden meist nicht nötig.
Tauchzertifikat: Wer Wracks oder tiefere Plätze betauchen möchte, spart Zeit, wenn der Open-Water-Kurs schon vor der Ankunft erledigt ist. Sonst dauern die Kurse in Hikkaduwa oder Unawatuna 3-4 Tage und sind im Vergleich zu Europa gut bepreist.
Bester Tauchstandort insgesamt: Hikkaduwa für leichten Zugang und Schildkröten, Pigeon Island für Riffqualität und Haie, Trincomalee für ernsthaftes Tauchen und fortgeschrittene Plätze. Allgemeine Hinweise zu Tauchsicherheit und Schutzgebieten finden Sie beim Tourismusverband Sri Lanka.
Reise planen
- Galle besuchen
- Hikkaduwa besuchen
- Trincomalee besuchen
- Unawatuna besuchen
- Hotels in Hikkaduwa: gut gelegen für das Hauptriff und die Schildkrötenplätze, Budget- und Mittelklasse-Gästehäuser säumen die Strandstraße